Fogos – ein hei­ßer Som­mer in Portugal

Im Som­mer 2017 wur­de Por­tu­gal von einer extre­men Wald­brand-Sai­son heim­ge­sucht und ich befand mich mit­ten­drin. Die sen­gen­de Hit­ze, die Rauch­schwa­den, die sogar durch die geschlos­se­nen Fens­ter ins Haus kamen und die beängs­ti­gen­den Brän­de in mei­ner direk­ten Umge­bung, stell­ten mei­ne Ner­ven auf eine har­te Probe.

Die Por­tu­gie­sen und das Feuer

In 2017 leb­te ich rund 4 Mona­te lang allei­ne in einem gro­ßen Haus in den Ber­gen Nord­por­tu­gals. Von mei­nem Logen­platz aus konn­te ich über Wochen hin­weg Wald­brän­de und Rauch­säu­len beob­ach­ten. Da ich nie zuvor in Por­tu­gal gewe­sen war, emp­fand ich sowohl die Feu­er als auch das Ver­hal­ten der por­tu­gie­si­schen Bevöl­ke­rung als atem­be­rau­bend. Denn obwohl die höchs­te Stu­fe der Wald­brand­ge­fahr galt, zün­de­ten mei­ne Nach­barn Feu­er an, um ihre Gar­ten­ab­fäl­le zu ver­bren­nen oder um ihre an stei­len Berg­hän­gen gele­ge­nen Fel­der zu roden. Ich war fas­sungs­los ange­sichts die­ser Igno­ranz, doch mir wur­de ver­si­chert, dass alles sei­ne Rich­tig­keit hat. Und die Men­schen haben wohl das Recht, sich nicht von einer Frem­den in ihre Ange­le­gen­hei­ten rein­re­den zu lassen.

Die Wald­brän­de gehö­ren zu Por­tu­gal wie Schlag­sah­ne zum Apfel­ku­chen. Jeder weiß, dass die weit ver­brei­te­ten Plan­ta­gen mit Euka­lyp­tus­bäu­men wah­re Brand­be­schleu­ni­ger sind, doch der schnell nach­wach­sen­de Roh­stoff wird von der Papier­in­dus­trie gebraucht und da nimmt man die Nach­tei­le in Kauf. Es gab angeb­lich auch Zei­ten, da mach­ten die spa­ni­schen Papier­fa­bri­ken gute Geschäf­te mit den Wald­brän­den, weil sie die ange­kohl­ten Baum­stäm­me zu einem stark ver­güns­tig­ten Preis erwer­ben konn­ten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Ich hal­te mich lie­ber bedeckt, wenn es um die Hin­ter­grün­de für die mas­si­ven Feu­er geht, doch die Fotos, wel­che ich von den Rauch­wol­ken schie­ßen konn­te, sind abso­lut sehens­wert. Am meis­ten beein­druckt hat mich mei­ne Foto-Exkur­si­on zu einem Berg in mei­ner Nach­bar­schaft, drei Tage nach einem schwe­ren Brand. In „Der Feu­er­berg“ tei­le ich mei­ne Ein­drü­cke und die Bilder.

Fogos ist das por­tu­gie­si­sche Wort für Feu­er (Plu­ral). Es gibt sogar eine Web­site, auf der man sich ganz­jäh­rig dar­über infor­mie­ren kann, wo es in Por­tu­gal gera­de brennt. Die Besat­zung der Feu­er­wehr besteht zu hun­dert Pro­zent aus Frei­wil­li­gen und ich bewun­de­re die­se Män­ner und Frau­en für ihre Uner­müd­lich­keit und Tapferkeit.

Bil­der eines hei­ßen Sommers

Rauch über Nord-Por­tu­gal im Som­mer 2017